Slab City liegt mitten in der Mojave Wüste, und ist auf keiner Landkarte eingezeichnet. Offiziell existiert sie ebenso wenig wie die 2000 Menschen, die dort leben.
Während der Sommermonate ist Slab City eine verlassene Militärbasis im kargen Hinterland Südkaliforniens.
Es gibt keine Häuser un
d keine Kanalisation nur verrosteten Wohnwagen, die von weitem wie eine stecken geblieben Karawane aussehen. Vor der gleissenden Sonne schützen sich die Bewohner mit Plastikplanen. Sie gehen nicht duschen, sondern baden im Fluss. Und abends sitzen sie statt in bequemen Sesseln auf Gerümpel, die notdürftige Beleuchtung von ratternden Dieselgeneratoren gespeist. Das Trinkwasser kommt mit dem Tankwagen. Eine warme Quelle ersetzt die Dusche, Dosenbier, Kojotengeheul und der Schwatz am Lagerfeuer ersetzen das Kino. Sch
aren von Reportern haben die illegale Kommune seit ihrer Entstehung vor vierzig Jahren beschrieben und verklärt als den letzten freien Platz Amerikas. Einige der Menschen dort sind tatsächlich da, um abseits von den Zwängen derGesellschaft und unter immerfort blauem Himmel dem Winter im Nordwesten Amerikas zu trotzen. Althippie Sam Goldstein kommt regelmässig aus San Francisco zu Besuch. Für ihn ist Slab City eine Mischung aus alten Flower - Power - Zeiten und schriller Zukunftsvision: „Das ist ein Platz wie nach einem grossen Krieg: Die Überlebenden rotten sich zusammen und fangen mit dem wenigen, das sie retten konnten, neu an.“
Immer wieder muss ich mir anhören, dass wir Schmarotzer sind, weil wir hier pachtfrei wohnen“, ärgert sich eine Bewohnerin. Dabei seien die meisten Schicksalsgenossen die niemand haben will, weil sie geistig oder körperlich behindert sind: „Denen geht es bei uns besser, denn wir helfen einander.“
Manche Bewohner helfen mexikanischen Flüchtlingen, nachts die Grenze zu überqueren“, erzählt Bill. „Pro Person kriegst du vorab 250 Dollar.“ Andere „Slabbers“ verdienen ihren Lebensunterhalt damit, dass sie alte Bomben zerlegen und das so gewonnene Aluminium verscherbeln. Die Gegend um Slab City war einst Testgelände, um die Enola - Gay -Piloten auf den Abwurf der ersten Atombombe vorzubereiten. Heute hat die US Army noch zwei Stützpunkte dort.
Man erreicht Slab City über den Highway 111 von der luxuriösen Wüstenoase Palm Springs aus immer Richtung Südosten.

www.slabcity.org
www.telusplanet.net
www.desertdutch.org
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