Er war ein Mann von ca. 50 Jahren, etwa 1.75 gross, steckengerade mit grauem Haar und einem Oberlippenbart, chic gekleidet. Er bevorzugte Diamanten und hatte immer einen eleganten Spazierstock bei sich.
Auf der Strasse wirkte er wie ein freundlicher, wohlhabender Grossvater auf einem gemütlichen Spaziergang. Niemand konnte ahnen, dass Charles E. Bolton der berühmteste Postkutschenräuber Kaliforniens war. Er war "Black Bart". Er wurde 1829 in Norfolk England geboren, und wanderte als zweijähriger mit seinen Eltern ins Jefferson County, New York aus. Zusammen mit seinem Cousin zog er 1849 im Bann des Goldrausches nach Kalifornien und kam erfolgreich zurück nach New York. Kurz darauf zog er ein zweites Mal nach Kalifornien um Gold zu suchen. 1854, auf dem Weg zurück nach New York, fand er in Decatur (Illinois) seine Frau Mary Elizabeth
Johnson, welche ihm zwei Töchter schenkte. Er schrieb sich am 13. August 1862 für die Dauer des Bürgerkrieges beim 116 Illinois Infantry Regiment ein. Während der Belagerung von Vickburg im Juli 1863 wurde er zum First Sergeant ernannt. Am 26. Mai 1864 wurde er in der rechten Bauchregion stark verwundet, konnte aber an der Belagerung Atlantas im Juli bereits wieder teilnehmen. Zurück auf seiner Farm schien im das Leben zu langweilig. Er zog 1867 in die Silberminen von Idaho und Montana. 1871 schreib er seiner Frau aus Silver Bow seinen letzten Brief, er wolle weiter in die Goldfelder Kaliforniens. Wie aus seiner Armeezeit gewohnt, reiste er fast ausschliesslich zu Fuss! Von den folgenden 4 Jahren ist nichts über ihn bekannt.
Am 26. Juli 1875 raubte ein mit einem Mehlsack vermummter Mann zwischen Sonora und Milton die Postkutsche aus. Der Kutscher John Shine (er wurde später US-Marshal und State Senator) beschrieb ihn wie folgt: "Er trug eine doppelläufige Schrotflinte, einen langen Staubmantel und hatte Leinensäcke um seine Stiefel gebunden, um seine Spuren zu verwischen. Er sagte nur: Please throw down the box" - Bitte werft die Kiste runter". Er war sehr höflich und benütze eine gehobene Ausdrucksweise. Es wurde sein Markenzeichen. Im August des selben Jahres raubte er bei einem weitern Postkutschenüberfall 1800$ in Gold und 600$ in Silbermünzen. Am 28. Dezember 1875 wurde die Kutsche zwischen Nord San Juan und Marysville ausgeraubt. Der Kutscher sah hinter den nahen Hügeln 3 Männer mit Rifels, die auf ihn zielten. Die Verfolger fanden anschliessend die 3 Rifels hinter den Hügeln, es waren Holzstecken. Es war wieder Charles E. Bolton. Am 2. Juni des folgenden Jahres wurde die Postkutsche von Roseburg nach Yreka ausgeraubt. Es war wieder genau sein Stil. Wells Fargo & Co. vermutet einen Amateur, denn er verpasste die reichbeladenen Kutsche Richtung Northbound. Charles E.
Bolton liebte die Abenteuergeschichten welche damals in der lokalen Zeitungen abgedruckt wurden. The Scramento Union druckte anfangs der 1870 die Geschichte : "The Case of Summerfield". Darin terrorisiert ein in schwarz gekleideter, schwarzbärtiger Bartholomew Graham, genannt "Black Bart" die Leute und Wells Fargo & Co! Charles E. Bolton entschied sich diesen Namen zuzulegen. Über ein Jahr später, am 3. August 1877 schlug er zwischen Point Arena und Duncan's Mill im Sonoma Country zu. Er raubte 300$ in Münzen und 305.52$ in Checks. Die Verfolger fanden anschliessen ein Gedicht von "Black Bart":
Bald darauf wurde eine Belohnung von 800$ auf die Gefangennahme von Black Bart ausgesetzt. James B. Hume nimmt die Verfolgung seiner Spur auf, er weis dass Bart die Schuhgrösse 8 trägt. Nur 5 Tage später wird die Kutsche von La Porte nach Oroville im Plumas Country überfallen. Die Expresskiste enthält 500$ in Gold und eine Silberuhr. "Black Bart" soll zu einer Lady gesagt haben: "Nein Ma'am, Ich beraube keine Passagiere. Mich interessiert nur Wells Fargo."
Der Kutscher McConnell platzierte die Kiste nicht wie gewohnt neben seinem Platz, sondern am Boden der Passagierkabine. Jimmy Rolleri verliess die Kutsche kurz vor der Überfall um mit einer geliehenen Henry jagen zu gehen. Der Überfall dauerte diesmal länger, da die Kiste nicht am gewohnten Ort lag, Jimmy Rolleri hat Zeit zur Kutsche zurückzukehren und schiesst 3 Mal auf "Black Bart".
Dieser muss schnell
fliehen und verliert dabei seinen Hut und sein Taschentuch mit der Wäschemarkierung - FX07 91 - Wäschereien in San Francisco wurden durchsucht, nach einer Woche war die Markierung - FX07 91 - gefunden: Sie gehörte einem Charles E. Bolton alias Charles E. Boles, einem Mineningenieur wohnhaft im Appartement Nr. 40 an der 37 Second Street, San Francisco. Hume konnte endlich den berühmten "Black Bart" verhaften. "Black Bart" wurde zu 6 Jahren Gefängnis im San Quentin Gefängnis verurteilt und aufgrund guter Führung nach 4 Jahren entlassen. Journalisten Fragen ihn ob er weitere Postkutschen ausrauben werde, er antwortete: "No gentleman, im through with crime" - Nein meine Herren, ich habe mit der Kriminalität abgeschlossen". Auf die nächste Frage, ob er weiter Gedichte schreiben werde, sagte er: "Now didn't you hear me say that I'am through with crime?" Haben Sie mich jetzt nicht sagen gehört, dass ich mit der Kriminalität abgeschlossen habe?" Kurz darauf verschwand er für immer, während seiner Zeit als Postkutschenräuber verdiente er jährlich zirka 6000$

| 03.10.1878 |
Überfall zwischen Covelo und Ukiha, Mendocino County. Black Bart geht zu einer Farm und zahlt für das Nachtessen, der 14- jährigen Donna McCreary gelingt die erste detaillierte Beschreibung von Black Bart Graubraune Haare, zwei fehlende Vorderzähne, tiefblaue Augen unter grossen Augenbrauen, schmale Hände und intellektuelle Konversation, gut riechend mit höflichen Witzen. |
| 21.06.1879 |
Zwischen La Porte und Oroville im Butte County. Bart sagte zum Kutscher: Ich hoffe Du hast viel Gold in der Kiste, ich habe fast kein Geld mehr." |
| 25.10.1879 |
Zwischen Alturas und Redding, Shasta County. Jim Hume ist sich sicher, dass es sich bei Black Bart um den einäugigen Frank Fox handelt. |
| 22.07.1880 |
Zwischen Point Arena und Duncan's Mills im Sonoma County. Am selben Ort wie am 3. August 1877. 1. September 1880 zwischen Weaverville und Redding im Shasta County. Bart sagte: "Jagt die Hunde schneller, es ist so langweilig in den Bergen" |
| 16.09.1880 |
Zwischen Roseburg und Yreka, Jackson County, Oregon, es ist der nördlichst gelegene Raub von Black Bart. |
| 23.09.1880 |
Wieder zwischen Roseburg und Yreka. |
| 20.11.1880 |
Zwischen Redding und Roseburg und Siskiyou County, sein erster Überfall der fehlschlug! |
| 31.08.1881 |
Zwischen Roseburg und Yreka, Siskiyou County. |
| 08.10.1881 |
Zwischen Yreka und Redding, Shasta County. |
| 11.10.1881 |
11. Oktober 1881 zwischen Lakeview und Redding |
| 15.12.1881 |
Zwischen Downieville und Marysville, Yuba County, Dank seiner Schnelligkeit zu Fuss kann er erneut entkommen. |
| 17.12.1881 |
Zwischen North San Juan und Smartsville, Nevada |
| 26.01.1882 |
Zwischen Ukiah und Cloverdale, Mendocino County. Die Verfolger sind ihm dicht auf der Spur, nur noch 1 Stunde Abstand. Doch hinter Kelseyville verliert sich seine Spur. |
| 14.06.1882 |
Zwischen Little Lake und Ukiah, Mendocino County. |
| 13.07.1882 |
Zwischen La Porte und Oroville, Plumas County. Diese Kutsche hatte zwar viel Gold, doch der Kutscher eine Schrotflinte. Black Bart scheiterte und verliert seinen Hut. Dieselbe Kutsche wurde später auf dem Weg nochmals Überfallen, der Kutscher George Hackett schoss die Möchtegern-Räuber in die Flucht. |
| 17.09.1882 |
Zwischen Yreka und Redding, Shasta County. Eine Wiederholung vom 8. Oktober 1881: gleicher Ort, gleicher Kutscher, 24. November 1882 zwischen Lakeport und Cloverdale, Sonoma County |
| 12.04.1883 |
Genau gleich wie am 24. 11.1882 |
| 23.06.1883 |
Zwischen Jackson und Ione City, Amador County |
| 03.11.1883 |
Zwischen Sonoara und Milton, Calaveras County, es sollte sein letzter sein. |
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